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Candlesticks - Der bessere Balkenchart?

Aktualisiert: 19. Jan.

Der Kerzenchart wurde zum ersten Mal im 18. Jahrhundert von einem japanischen Reishändler namens Munehisa Homma angewendet und ist die japanische Form des Balkencharts.

 

Exkurs: Die Geschichte hinter den Candlesticks


Munehisa Homma war Sohn einer wohlhabenden Familie von Reishändlern. Mit 26 Jahren übernahm er das Familienunternehmen und handelte bereits an der Reisbörse. Reis war zu dieser Zeit der Inbegriff der japanischen Wirtschaft und diente sogar als Ersatzwährung. Bis 1710 wurde an der Reisbörse Reis gegen Waren getauscht und die Reisbauern bezahlten die Feudalherren die Steuern mit Reis. Diese verkauften das Getreide anschließend an die Händler. Einige Feudalherren brauchten Geld, noch bevor sie die Ernte von ihren Bauern eingetrieben hatten und die Warenhäuser begannen Schuldscheine zu akzeptieren. An der Reisbörse in Osaka, der Dojima, entwickelte sich ein reger Handel mit diesen Kupons und Mitte des 18. Jahrhunderts wurde in Japan beinahe die vierfache Menge an Reis durch Kupons gehandelt, als produziert wurde. Als Händler wusste Homma, dass Informationen über die Erntesituation in diesem Geschäft Gold wert sind. Deshalb entwickelter er ein Kommunikationssystem aus einer Kette von Menschen, die zu einer bestimmten Tageszeit von Hausdächern und Türmen aus mithilfe von farbigen Flaggen Informationen über die Ernte mitteilten. Jahrelang hatte Homma versucht, das Geheimnis der Marktbewegungen zu ergründen. Im Geiste entwickelte er ein visuelles System von Symbolen, mit dem er die Kursentwicklungen dokumentieren und gleichzeitig Muster erkennen konnte, die sich immer aufs Neue wiederholen und so für seine Handelsstrategien genutzt werden konnten. Das war die Geburtsstunde der sogenannten Candlestick-Charts, die noch heute die Sprache der Finanzmärkte sind und wesentliche Bestandteile der klassischen Chartanalyse. Er erkannte Muster, mit denen er zukünftige Preisbewegungen vorhersehen konnte, studierte Wetterdaten, analysierte historische Preise, beschäftigte sich mit der Psychologie der Marktteilnehmer. Homma wurde zum reichsten Mann Japans und zum Finanzberater des Kaisers, der ihn als Samurai in den Adelsstand erhob. Erst 200 Jahre danach wurde die Handelsstrategie durch Steve Nison und seinem Buch „Technische Analyse mit Candlesticks“ auch im Westen bekannt. Munehisa Homma gilt als einer der erfolgreichsten Händler aller Zeiten.


 


Wie der Balkenchart zeigt auch der Kerzenchart exakt die gleichen Informationen an - den Eröffnungs- und Schlusskurs, sowie das Hoch und das Tief. In der grafischen Darstellung unterscheiden sie sich jedoch. So bilden der Eröffnungs- und der Schlusskurs einen dicken Kerzenkörper. Die Linien ober- und unterhalb des Körpers werden als Docht und Lunte bezeichnet. Außerdem lassen sich anhand der Kerzenform und mit der Kombination zwei oder mehrerer Kerzen verschiedene Informationen ableiten und Muster erkennen.




 


​Doch warum hat der Candlestick-Chart den Balkenchart zum großen Teil abgelöst, obwohl beide die gleichen Informationen darstellen?

Die Antwort ist simple: Candlesticks sind einfacher zu lesen, wodurch der Analyst einfacher bestimmen kann, wie stark oder schwach ein Markt momentan ist. Mithilfe von Candlestick-Pattern, welche eine Kombination aus den verschiedenen Candlestick-Varianten darstellen, lassen sich ebenfalls Trading-Setups definieren.






 

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